Pucken – was ist das eigentlich?

Pucken – was ist das eigentlich?

Was das „Pucken" mit dem Moro-Reflex zu tun hat

Unter Pucken versteht man eine spezielle Wickeltechnik, die Babys das Einschlafen und Durchschlafen erleichtert. Das Pucken vermittelt Babys ein besonderes Gefühl von Wärme, Ruhe und Sicherheit – ähnlich dem vertrauten Gefühl im Mutterleib.

Dass das Pucken überhaupt funktioniert, hat mit dem Moro-Reflex zu tun. Der Moro-Reflex ist ein natürlicher, angeborener und lebenswichtiger Reflex, der häufig auch als Klammergriff oder Schreckreflex bezeichnet wird und den ersten Atemzug nach der Geburt ermöglicht.  Ausgelöst wird der Reflex u. a. durch Geräusche, Schrecksituationen oder den Übergang zwischen den verschiedenen Schlafphasen. Meist läuft der Moro-Reflex so ab:

  1. Der Mund des Babys öffnet sich, die Ärmchen werden ruckartig mit gespreizten Fingern nach außen bewegt.
  2. Der Mund schließt sich und die Ärmchen werden wieder an den Körper gelegt.

Viele Babys wachen durch das plötzliche und unabsichtliche Zucken auf und reagieren mit Schreiattacken auf die unangenehme Situation. Nach dem dritten bzw. vierten Monat lässt der Moro-Reflex von alleine nach.

Ein gepucktes Baby kann nicht unkontrolliert mit den Ärmchen zucken und sich aus diesem Grund auch nicht mehr länger selbst aus dem Schlaf reißen. Ihr Baby und natürlich auch Sie selbst können ruhiger und erholsamer schlafen.

Nur bitte Vorsicht: Sollte Ihr Kind an einer Hüftdysplasie oder erhöhter Temperatur bzw. Fieber leiden, verzichten Sie bitte vollständig auf das Pucken!

So funktioniert das Pucken

Zum Pucken können Sie einen Pucksack, eine spezielle Puckdecke oder ein einfaches Mulltuch verwenden.

Falten Sie den Pucksack oder die Decke auseinander und legen Sie Ihr Baby sanft hinein. Wenn Sie ein quadratisches Pucktuch verwenden, schlagen Sie es an der oberen Ecke zu einem Dreieck ein, sodass das Kind mit seinem Nacken an der oberen Kante liegt. Wickeln Sie die linke Seite um den Körper Ihres Babys und ziehen Sie dann den Fußteil hoch. Jetzt müssen Sie nur noch die rechte Tuchhälfte um den Körper wickeln. Falls es keinen Klettverschluss gibt, stecken Sie die Enden einfach fest unter das Tuch. Fertig!

Ab wann und wie lange kann ich mein Baby pucken?

Babys können sofort nach der Geburt gepuckt werden. Neugeborene nehmen das Pucken besser an, da es stark an das vertraute Gefühl in der Gebärmutter erinnert. Auch wenn Sie nicht sofort nach der Geburt mit dem Pucken begonnen haben, können Sie Ihr Kind nach und nach an das Pucken heranführen. Denken Sie immer daran: Jedes Kind ist anders! Wenn Sie merken, dass Ihr Kind auch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase keine Ruhe durch das Pucken findet bzw. sich sichtlich unwohl fühlt, verzichten Sie bitte auf die Puck-Methode.

In der Regel sollten Babys nur zum Schlafen gepuckt werden, damit sie in dieser wichtigen Phase Ruhe und Erholung finden können. Ab dem 3. bis 5. Monat lässt der Moro-Reflex nach. Jetzt ist es an der Zeit, mit dem Pucken aufzuhören. Testen Sie, wie Ihr Kind ohne Pucktuch oder Pucksack schläft. Wenn an einen ruhigen Schlaf nicht zu denken ist, da Ihr Baby sich durch den Moro-Reflex aus dem Schlaf reißt, verwenden Sie weiterhin die Puck-Methode.

Kann ich mein Baby auch im Sommer pucken?

Natürlich können Sie Ihr Baby auch im Sommer pucken. Damit es ihm unter dem Pucktuch oder Pucksack nicht zu heiß wird, empfehlen wir einen leichten sommerlichen Body. Sie können natürlich auch komplett auf Kleidung verzichten und Ihr Kind lediglich mit einer Windel bekleidet pucken. Im Sommer ist ein Pucktuch oder Pucksack aus dünnem und atmungsaktivem Stoff die beste Wahl. Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen die Temperatur Ihres Babys. Fühlt sich die Haut warm und verschwitzt an? Dann verzichten Sie auf zusätzliche Kleidung unter dem Pucktuch oder Pucksack.

 

18. Dezember 2017 | Teilen